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Wo du Klimt in Wien sehen kannst: So viel mehr als Der Kuss

Gustav Klimts goldene Gemälde haben etwas, das mich jedes Mal aufs Neue fasziniert. Egal, wie oft ich „Der Kuss“ oder „Judith“ sehe, ich bleibe immer stehen. Dieses Schimmern und die vielen Details sind einfach besonders.

Wien ist der beste Ort, um Klimts Werke zu sehen. Seine Kunst ist nicht in einem einzigen Museum, sondern über die ganze Stadt verteilt, von Schlössern über Museen bis hin zur Deckenmalerei im Burgtheater.

In diesem Guide zeig ich dir die besten Orte in Wien, an denen du Klimt sehen kannst. Von bekannten Highlights bis zu weniger bekannten Spots.

Tipp: Viele dieser Orte sind im Vienna Pass enthalten. Wenn du mehrere Museen besuchen willst, schau dir vorher an, ob sich das für dich auszahlt.

1. Schloss Belvedere

Wenn du in Wien nur einen Ort besuchen willst, um Klimt zu sehen, dann geh ins Schloss Belvedere. Hier findest du die größte Klimt Sammlung weltweit mit 24 Gemälden, darunter „Der Kuss“, „Judith“ und „Die Braut“.

Die meisten gehen direkt zu „Der Kuss“. Und ja, das Bild ist wirklich beeindruckend. Aber nimm dir Zeit für den Rest, denn Klimts Werke sind im ganzen Museum verteilt.

Eines meiner Lieblingswerke hier ist „Die Braut“. Das Gemälde ist unvollendet, genau das macht es so interessant. Du kannst sehen, wie seine Bilder entstanden sind.

2. Leopold Museum

Dieses Gemälde zeigt eine auffällige Gegenüberstellung einer Gruppe ineinander verschlungener, lebendiger menschlicher Figuren auf der rechten Seite, die für das Leben stehen, und einer skelettartigen, in dunkle Muster gehüllten Figur auf der linken Seite, die den Tod symbolisiert. Die verschlungenen Muster und die Verwendung von Farben unterstreichen den Kontrast zwischen Vitalität und Sterblichkeit in einer starken visuellen Erzählung.
„Tod und Leben“ von Gustav Klimt

Das Leopold Museum ist einer der besten Orte, um Klimt besser zu verstehen. Es zeigt das Wien um 1900, eine Zeit großer Veränderungen in Kunst und Architektur, mit Werken von Klimt, Schiele und anderen Künstlern der Secession.

Hier findest du Klimts „Tod und Leben“, eines seiner bekanntesten Gemälde. Es wirkt ganz anders als seine goldenen Werke. Stattdessen geht es mehr um Kontraste zwischen Leben und Tod.

Mir gefällt besonders, dass du hier mehr Hintergrund zur Wiener Secession bekommst, die Klimt mitbegründet hat. Wenn du nicht nur schauen, sondern auch verstehen willst, bist du hier genau richtig.

Tipp: Verbinde den Besuch mit dem MuseumsQuartier. Perfekt für eine Kaffee oder Mittagspause danach.

3. Secession

Die Secession wurde 1898 von Klimt und anderen Künstlern gegründet als bewusster Bruch mit der damaligen Kunstszene. Ihr Motto steht bis heute über dem Eingang: „Jedem Zeitalter seine Kunst, jeder Kunst ihre Freiheit.“

Das Highlight hier ist der Beethoven Fries, ein riesiges Wandgemälde von Klimt im Untergeschoss. Es wurde als Hommage an Beethoven geschaffen.

Ich empfehle dir, die kostenlose Broschüre anzusehen und Beethoven Musik über die Kopfhörer anzuhören, dann wirkt das Ganze gleich viel mehr.

Ich sag es ehrlich: Der Rest des Museums hat mich nicht wirklich überzeugt. Die Ausstellungen wechseln oft und sind zeitgenössisch, das ist Geschmackssache. Wenn dich die aktuelle Ausstellung nicht interessiert, lohnt sich der Eintritt eher nicht.

Tipp: Der Beethoven Fries ist im Vienna Pass und in der NÖ Card enthalten. Wenn du eine davon hast, schau auf jeden Fall rein.

4. Wien Museum

Das Wien Museum ist einer der unterschätztesten Orte, um Klimt in Wien zu sehen und der Eintritt in das Museum ist kostenlos.

Hier findest du zwei originale Gemälde von Klimt sowie seinen einzigen erhaltenen Malerkittel.

Ansonsten findest du viele Ausstellungen zur Geschichte Wiens von der Römerzeit bis heute.

Tipp: Perfekt als kurzer Stopp zwischendurch, vor allem wenn du Klimt sehen willst, ohne Eintritt zu zahlen.

5. Klimt Villa

Die Klimt Villa liegt etwas außerhalb vom Zentrum, in der Nähe von Schönbrunn. Hier hatte Klimt sein Atelier. Die heutige Villa wurde über dem ursprünglichen Atelier gebaut, das anhand alter Fotos nachgebaut wurde.

Wichtig zu wissen: Es gibt hier keine Originalwerke. Alles, was du siehst, sind Reproduktionen.

Es geht vielmehr um Klimts Leben und seinen Arbeitsprozess geht. Auch das Thema Kunstraub während der NS Zeit wird aufgegriffen, was ich sehr interessant fand.

Eine überraschende Info aus dem Museum: Klimt soll 16 Kinder gehabt haben, viele davon mit seinen Modellen.

Tipp: Nimm deine eigenen Kopfhörer mit für den Audioguide.

6. Hermesvilla

Die Hermesvilla liegt versteckt im Lainzer Tiergarten und fühlt sich fast wie ein kleiner Rückzugsort an.

Im Schlafzimmer und im Salon von Kaiserin Elisabeth kannst du Deckenmalereien sehen, die Klimt gemeinsam mit seinem Bruder geschaffen hat.

Allein die Lage macht den Besuch besonders. Du gehst durch einen ruhigen, waldähnlichen Park und stehst plötzlich vor diesem kleinen Schloss.

Einziger Nachteil sind die eingeschränkten Öffnungszeiten. Schau also unbedingt vorher nach, bevor du hinfährst.

Tipp: Zieh bequeme Schuhe an. Der Weg durch den Park ist etwas länger, aber wirklich schön, vor allem im Frühling und Herbst.

7. Heidi Horten Collection

Ein gerahmtes Landschaftsgemälde von Gustav Klimt, das einen Kirchenkomplex am Seeufer zeigt, dessen weißer Turm von einer roten Kuppel gekrönt wird. Eng beieinander stehende Häuser und üppig grüne Bäume säumen das Ufer, deren Farben sich in der plätschernden Wasseroberfläche spiegeln. Die Szene ist in sanften, mosaikartigen Pinselstrichen mit überlagerten Grün-, Blau- und Goldtönen dargestellt.

Als ich die Heidi Horten Collection zum ersten Mal besucht habe, war ich gespannt auf die Dauerausstellung „KLIMT ⇄ WARHOL“.

Ich habe mehrere Werke von Klimt erwartet. Tja… es gibt genau eines.

Es ist ein Landschaftsbild und sieht ganz anders aus als seine bekannten goldenen Porträts. Ähnliche Werke findest du auch im Oberen Belvedere, deshalb lohnt sich ein Besuch nur wegen Klimt hier eher nicht.

Das Museum hat aber viele Werke von Andy Warhol. Wenn du dich für moderne Kunst interessierst, kann sich ein Besuch trotzdem auszahlen.

8. MAK (Museum für Angewandte Kunst)

Als ich das Museum für Angewandte Kunst zum ersten Mal besucht habe, hat mich vor allem das Museum selbst interessiert. Umso überraschter war ich, als ich in der Dauerausstellung mehrere Werke von Gustav Klimt entdeckt habe.

Du findest sie im ersten Stock als Teil der Ausstellung Wien 1900.

Es handelt sich um Klimts originale Entwürfe für den Mosaikfries des Stoclet Hauses in Brüssel. Du kannst sogar seine handschriftlichen Bleistiftnotizen sehen, dadurch bekommst du einen seltenen Einblick in seinen kreativen Arbeitsprozess.

Tipp: Perfekt zum Kombinieren mit einem Spaziergang durch den Stadtpark, einem der schönsten Parks in Wien.

9. Theatermuseum (derzeit in Renovierung)

Klimts „Nuda Veritas“ ist normalerweise im Theatermuseum zu sehen, das aktuell wegen Renovierung geschlossen ist. Ich hatte Glück und konnte das Werk in einer Ausstellung im Gartenpalais Liechtenstein sehen.

Besonders spannend ist das Zitat von Friedrich Schiller, das direkt im Bild steht:
„Kannst du nicht allen gefallen durch deine That und dein Kunstwerk, mach es wenigen recht. Vielen gefallen ist schlimm“

Für mich bringt das genau auf den Punkt, wofür Klimt stand. Seine Kunst hinterfragt Konventionen und bleibt sich selbst treu, auch wenn sie nicht jedem gefällt.

10. Burgtheater

Das Burgtheater ist ein Theater direkt gegenüber vom Wiener Rathaus. Klimt gestaltete hier gemeinsam mit seinem Bruder und Franz Matsch die Decken im Seiteneingang, ganz am Anfang seiner Karriere.

Du kannst dir die Decke entweder bei einer Führung oder während einer Vorstellung anschauen.

Die Führung fand ich richtig spannend. Dabei hab ich auch erfahren, dass sich an der Decke Klimts einziges Selbstporträt versteckt.

Neugierig geworden? Dann schau dir meinen Guide zum Besuch des Burgtheaters an.

11. Kunsthistorisches Museum

Eine prächtige Marmortreppe im Inneren eines kunstvoll verzierten Palastes, in deren Mitte eine eindrucksvolle weiße Skulptur einer muskulösen männlichen Figur steht, die über einem am Boden liegenden Körper thront. Zwei aus Stein gehauene Löwen flankieren die Statue, während sich darüber hoch aufragende Marmorsäulen und gewölbte Balkone erheben. Die reich verzierte Decke zieren große Fresken, die von vergoldeten architektonischen Details eingerahmt werden.

Im Kunsthistorischen Museum Wien kann man Klimts Werke leicht übersehen. Er hat kleine dekorative Tafeln im Treppenhaus gestaltet. Wenn du nicht weißt, wo sie sind, gehst du wahrscheinlich einfach daran vorbei.

Ganz ehrlich: Nur wegen Klimt würde ich nicht hingehen. Die Werke sind klein und sehen ganz anders aus als das, was man sonst von ihm kennt.

Das Museum selbst ist aber eines der besten in Wien.

Die Sammlung ist extrem vielfältig. Du siehst Werke der Alten Meister, ägyptische Mumien und klassische Skulpturen. Und danach kannst du dich ins Museumscafé unter der Kuppel setzen, für mich eines der schönsten Cafés der Stadt.

12. Medizinische Fakultät (KI-Rekonstruktion)

Das hier ist etwas anders, denn es gibt kein Original zu sehen. Trotzdem ist die Geschichte dahinter richtig spannend.

Klimt malte ursprünglich ein Deckengemälde für die Medizinische Fakultät der Universität Wien. Es wurde aber von der Universität und dem Ministerium abgelehnt.

Das Original ging 1945 bei einem Brand verloren. Übrig geblieben sind nur Schwarz Weiß Fotos und Skizzen.

Heute kannst du eine KI Rekonstruktion sehen. An der Fassade eines Krankenhausgebäudes wurde ein riesiger Farbdruck angebracht, der öffentlich zugänglich ist.

Nur ein Teil, die Figur in Rot, basiert auf Klimts echten Farben. Der Rest wurde digital ergänzt. Trotzdem ist es beeindruckend, das Werk in dieser Größe zu sehen.

13. Klimts Grab

Wenn du erwartest, Klimt am berühmten Wiener Zentralfriedhof zu finden, wirst du enttäuscht sein. Gustav Klimt ist stattdessen am kleineren Hietzinger Friedhof in der Nähe von Schönbrunn begraben.

Es ist ruhig und unspektakulär und sein Grab ist sehr schlicht. Ganz anders als der goldene Stil seiner Kunst.

Du findest das Grab in Gruppe 5, Nummer 194, in der Nähe von Tor 3.

Ich sag es ehrlich: Nur dafür würde ich keinen Umweg machen.

Mehr berühmte Persönlichkeiten aus Wien

Wenn du dich in Wien mit Gustav Klimt beschäftigst, geht es um mehr als nur „Der Kuss“. Du bekommst ein Gefühl dafür, wie stark er die Stadt geprägt hat, von seinen Werken im Belvedere bis zu weniger bekannten Orten und sogar seinem Grab.

Aber Klimt war nicht der Einzige.

Wien hat auch Persönlichkeiten wie Mozart, Beethoven, Freud und Schiele geprägt. Künstler, Denker und Komponisten, die die Stadt bis heute beeinflussen.

Wenn du mehr darüber erfahren willst, schau dir meinen Guide zu den bekanntesten Persönlichkeiten Wiens an (erscheint bald). So bekommst du noch einen besseren Einblick in die Stadt, über Museen hinaus.

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Collage zu Gustav Klimt in Wien mit einem Wandgemälde im Stil von „Der Kuss“ oben und einem Museumsraum mit Klimt-inspirierten Gemälden und Ateliermöbeln unten, dazu die Texte „MEHR ALS NUR DER KUSS“, „GUSTAV KLIMT WIEN GUIDE“ und „AustrianVeganerlust.com“.
Gustav Klimt in Wien: Wo du seine Werke wirklich findest