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Auf Beethovens Spuren in Wien: Was sich wirklich lohnt
Ich gebe zu, ich war nie ein Beethoven Fan und wusste kaum etwas über sein Leben.
Das hat sich geändert, als ich sein Haus in Baden bei Wien besucht habe. Ich bin ehrlich gesagt nur hingegangen, weil ich sonst nichts vorhatte. Am Ende bin ich ziemlich fasziniert wieder rausgegangen.
Mir war zum Beispiel nicht klar, dass er noch lange weiter komponiert hat, obwohl er schon völlig taub war!
Zurück in Wien habe ich mir dann weitere Beethoven Orte angeschaut. Manche waren echt spannend, andere kannst du dir eher sparen.
In diesem Beitrag zeige ich dir die wichtigsten Beethoven Sehenswürdigkeiten in Wien und sage dir ganz offen, was sich wirklich auszahlt.
Ein kurzer Blick auf Beethovens Leben in Wien
Ludwig van Beethoven wurde 1770 in Bonn geboren, hat aber den Großteil seines Lebens in Wien verbracht. 1792 ist er hergezogen und blieb bis zu seinem Tod 1827.
Wien war damals das Zentrum der Musik, und genau hier ist er als Komponist richtig bekannt geworden.
Im Laufe der Jahre ist er ständig umgezogen, hat unzählige Werke geschrieben und sogar noch weiter komponiert, nachdem er komplett taub war.
Auch heute kannst du in Wien noch viele Orte besuchen, die mit ihm verbunden sind.
1. Beethoven Museum Wien: Das Beste für echte Fans




Dieses Museum liegt in einem von Beethovens ehemaligen Wohnhäusern in Heiligenstadt, einem ruhigen Teil des 19. Bezirks.
Hier hat er auch das berühmte Heiligenstädter Testament geschrieben. In diesem Brief beschreibt er, wie sehr ihn sein Hörverlust belastet hat.
Das Museum zeigt sein Leben ziemlich ausführlich, von seinen ersten Jahren in Wien bis zu seinem Tod. Du siehst dort unter anderem Instrumente, handschriftliche Notizen und sogar seine Totenmaske.
Am spannendsten fand ich eine interaktive Station. Dort kannst du Musik so erleben, wie Beethoven sie wahrgenommen hat. Du hältst ein Gerät an die Stirn und spürst die Schwingungen, ganz ohne deine Ohren zu benutzen. Das ist echt faszinierend.
Was du aber wissen solltest: Das Museum liegt ziemlich weit draußen. Vom Zentrum brauchst du etwa 30 bis 40 Minuten pro Strecke.
2. Haus der Musik: Ein interaktives Museum mit Beethoven Bereich



Das Haus der Musik liegt mitten im Zentrum und ist ein großes Museum rund um Musik. Es geht über mehrere Etagen und beschäftigt sich mit unterschiedlichen Themen.
Der Beethoven Bereich ist zwar nicht groß, aber trotzdem spannend. Du findest dort Infos zu seinem Leben, kannst in seine Musik reinhören und dir eine KI Zeitleiste anschauen, die zeigt, wie sich sein Aussehen verändert hat.
Der Rest vom Museum geht weit über Beethoven hinaus. Es geht unter anderem um die Wiener Philharmoniker oder wie wir Klänge wahrnehmen. Vieles ist interaktiv, du kannst also einiges selbst ausprobieren.
Wenn du dich allgemein für Musik interessierst, zahlt sich ein Besuch auf jeden Fall aus. Nur für Beethoven allein würde ich aber nicht hingehen.
3. Beethoven Pasqualatihaus: Schöne Wohnung, eher enttäuschendes Museum



Dieses kleine Museum liegt in einer Wohnung, in der Beethoven mehrmals gelebt hat, ganz in der Nähe vom Rathaus. Von außen wirkt das Gebäude unscheinbar. Das Museum ist im 4. Stock und es gibt keinen Lift.
Ich war ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Ein Großteil der Ausstellung besteht aus Kopien von Porträts von Leuten aus seinem Umfeld. Über Beethoven selbst erfährst du überraschend wenig.
Die Highlights sind seine Lebensmaske und eine Büste, die darauf basiert.
Wenn du wirklich mehr über Beethoven lernen willst, kannst du dir das sparen. Wenn du aber neugierig bist, wie so eine alte Wiener Wohnung aussieht, dann hat der Ort schon seinen eigenen Charme.
4. Zentralfriedhof: Beethovens letzte Ruhestätte



Beethoven ist am Zentralfriedhof begraben, zusammen mit anderen bekannten Komponisten wie Schubert, Brahms und Johann Strauss. Sein Grab liegt im Ehrenhain und ist leicht zu finden.
Nur für sein Grab würde ich nicht extra hinfahren, aber der Friedhof an sich ist definitiv einen Besuch wert.
Große Teile fühlen sich eher wie ein ruhiger Park an. Es gibt breite Wege, viele Bäume und immer wieder Plätze, wo du dich kurz hinsetzen kannst.
Ich habe übrigens auch einen eigenen Guide zum Zentralfriedhof geschrieben, mit Tipps, welche Bereiche und Gräber du nicht verpassen solltest.
5. Beethoven Statue in Wien: Klassik trifft Moderne


Am Beethovenplatz im 1. Bezirk, gleich neben dem Stadtpark, stehen zwei Beethoven Denkmäler. Eines ist klassisch und ziemlich imposant, das andere modern und kaum zu erkennen, dass es ein Beethoven Denkmal ist.
Die Hauptstatue ist ein großes Bronzedenkmal mit einem sehr monumentalen Stil. Beethoven sitzt dort, umgeben von allegorischen Figuren.
Direkt daneben steht eine moderne Statue.
Lohnt sich ein Umweg? Eher nicht. Wenn du aber sowieso durch den Stadtpark gehst, der übrigens wirklich einer der schönsten Parks in Wien ist, dann schau einfach kurz vorbei.
6. Beethoven Fries in der Secession: Hommage an Beethoven



In der Wiener Secession findest du eine spannende Hommage an Beethoven. Den Beethoven Fries von Gustav Klimt. Bei der Eröffnung hat er selbst gespielt!
Heute kannst du dir Kopfhörer nehmen und Beethovens Musik hören, während du vor dem Fries stehst. Das macht das Ganze gleich viel interessanter.
Es gibt auch ein Foto von einer Beethoven Statue, die früher Teil der Ausstellung war. Darauf sitzt er nackt auf einem Stuhl. Ziemlich ungewöhnlich und definitiv einprägsam, leider ist die Statue heute nicht mehr in Wien.
Im restlichen Museum gibt es wechselnde Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst. Mir persönlich hat das nicht so gut gefallen. Ob es sich für dich lohnt, hängt also stark davon ab, was gerade gezeigt wird.
Gut zu wissen: Der Eintritt ist in der NÖ Card dabei.
7. Beethoven Gedenktafeln in Wien
In Wien findest du überall Gebäude mit Gedenktafeln, die zeigen, wo Beethoven gelebt, komponiert oder gestorben ist. Die meisten sind heute ganz normale Wohnhäuser oder Geschäfte und können nicht von innen besichtigt werden.
Ich persönlich finde, dass sie keinen extra Umweg wert sind. Wenn du trotzdem ein paar davon sehen willst, hier sind die wichtigsten:
- Schwarzspanierhaus: Hier ist Beethoven 1827 gestorben. Das ursprüngliche Gebäude gibt es nicht mehr, aber der Ort ist gekennzeichnet.
- Beethoven-Grillparzer-Haus: Beethoven war hier oft zu Besuch, weil der Dichter Franz Grillparzer dort gewohnt hat.
- Tiefer Graben 10–12: Ein weiteres Wohnhaus, in dem er von 1815 bis 1817 gelebt hat.
- Landstraßer Hauptstraße 26: Hier hat er 1794 kurz gewohnt. Das ursprüngliche Gebäude existiert nicht mehr.
- Laimgrubengasse 22: Dort lebte er von 1822 bis 1823 und arbeitete an der Missa Solemnis.
- Ungargasse 5: Ein kurzzeitiger Wohnort, wo er seine 9. Sinfonie fertiggestellt hat.
- Alserkirche: In dieser Kirche fand seine Beerdigung statt.
Bonus: Beethoven Haus in Baden bei Wien


Hier hat meine ganze Beethoven Begeisterung angefangen und ich wäre fast gar nicht hingegangen.
Ich war in Baden bei Wien, einem Kurort gleich außerhalb von Wien, und bin eher zufällig im Beethoven Haus gelandet, weil ich sonst nichts vorhatte.
Am Ende war es einer der unvergesslichsten Stopps auf meiner ganzen Beethoven Route.
Das Museum konzentriert sich auf die Zeit, in der Beethoven in Baden war, um sich von seinen gesundheitlichen Problemen zu erholen. In dieser Zeit hat er auch an seiner 9. Symphonie gearbeitet.
Auch Baden selbst zahlt sich aus, vor allem für einen Halbtagesausflug von Wien. Wenn du mehr sehen willst, ich habe einen ausführlichen Guide mit Tipps für Sehenswürdigkeiten in Baden bei Wien geschrieben.
Karte der Beethoven Sehenswürdigkeiten in Wien
Damit du dein Beethoven Abenteuer leichter planen kannst, habe ich eine Karte mit allen Orten aus diesem Guide erstellt. Darunter sind Museen, Gedenkstätten und Gedenktafeln.
Weitere berühmte Persönlichkeiten in Wien
Beethoven ist zwar einer der bekanntesten Namen in Wien, aber definitiv nicht der einzige. Beim Spazieren durch die Stadt stößt du ständig auf Spuren anderer bekannter Persönlichkeiten, von Mozart und Schubert bis zu Freud, Klimt und Mahler.
Was ich an Wien besonders mag: Die Geschichte ist hier überall präsent. Du sitzt vielleicht gerade in einem Café, wo früher an einer Oper gearbeitet wurde, oder gehst an einem Ort vorbei, an dem eine wichtige Idee entstanden ist.
Wenn dir Beethovens Wien gefallen hat, dann wirst du auch die Geschichten anderer Persönlichkeiten spannend finden, die diese Stadt geprägt haben.
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