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Wiener Staatsoper besuchen: Führung oder Opernvorstellung?

Ein Besuch in der Wiener Staatsoper gehört für viele zu einer Reise nach Wien dazu. Aber lohnt sich eher eine Führung oder eine Opernvorstellung?

Ich habe beides gemacht und mir hat die Führung tatsächlich besser gefallen. Es war faszinierend, mehr über die Geschichte des Gebäudes zu erfahren. Besonders spannend fand ich die täglichen Umbauten der Bühne.

Die Opernvorstellung war zwar ein besonderes Erlebnis, ich habe aber schnell gemerkt, dass Oper einfach nicht mein Ding ist.

Wenn du noch unsicher bist, ob du eine Führung, eine Vorstellung oder beides buchen sollst, hilft dir dieser Guide bei der Entscheidung.

Führung durch die Wiener Staatsoper

Die Tour buchen und den Eingang finden

Ich empfehle dir, die Führung im Voraus online zu buchen, da sie meist ausverkauft ist. Manchmal gibt es zwar noch Tickets für denselben Tag, darauf würde ich mich aber nicht verlassen.

Die Führungen werden in mehreren Sprachen angeboten, darunter Deutsch, Englisch und Spanisch.

Der berühmte Haupteingang ist tagsüber geschlossen. Für die Führung nutzt du deshalb den Seiteneingang. Dank der Beschilderung findest du ihn problemlos.

Drinnen zeigst du dein Ticket vor, bekommst einen kleinen Zettel mit deiner Sprache und wartest beim entsprechenden Schild, bis dein Guide die Gruppe abholt.

Was du auf der Tour siehst

Hier sind die Stationen im Opernhaus, die du bei einer Führung besuchst, die Reihenfolge kann variieren, da mehrere Führungen gleichzeitig stattfinden:

  • Der Zuschauerraum, wo unser Guide die Geschichte der Wiener Staatsoper erklärte. Ich hatte keine Ahnung, dass ein Großteil des Gebäudes im Zweiten Weltkrieg zerstört und später im ursprünglichen Stil wieder aufgebaut wurde.
  • Ein Video über den Wiener Opernball, das zeigt, wie der gesamte Zuschauerraum innerhalb von nur zwei Tagen in einen Ballsaal verwandelt wird.
  • Die prunkvolle Feststiege und ein Saal im Obergeschoss, den man nur im Rahmen einer Führung besichtigen kann.
  • Außerdem durften wir in der Kaiserloge Platz nehmen, in der sich heute einige der teuersten Plätze der Staatsoper befinden.
  • Mehrere elegante Pausenräume, die während der Vorstellungen von den Gästen genutzt werden.
  • Das Operncafé und der Souvenirshop, durch die du am Ende der Führung gehst.

Die interessantesten Dinge, die ich gelernt habe

Am faszinierendsten fand ich, dass in der Wiener Staatsoper nie an zwei Tagen hintereinander dieselbe Oper aufgeführt wird. Dadurch muss das Bühnenbild fast täglich komplett umgebaut werden.

Überrascht hat mich auch, dass Karten für den Wiener Opernball zunächst über ein Losverfahren vergeben werden. Erst wer ausgelost wird, darf überhaupt Tickets kaufen und selbst dann kosten sie rund 400 €.

Richtig praktisch fand ich außerdem das Untertitelsystem. Jeder Sitzplatz und sogar die Stehplätze sind mit kleinen Bildschirmen ausgestattet, auf denen du Untertitel in verschiedenen Sprachen auswählen kannst.

Eine Oper in der Wiener Staatsoper sehen

So bekommst du Tickets

Die Karten für die Wiener Staatsoper sind meist schon Wochen im Voraus ausverkauft, besonders bei beliebten Vorstellungen.

Stehplatzkarten kannst du online am Tag der Vorstellung kaufen. Online gehen sie ab 10 Uhr in den Verkauf und sind auch oft schnell vergriffen.

Alternativ wird ein Kontingent am Stehplatzschalter in der Operngasse verkauft. Der Schalter öffnet 80 Minuten vor Vorstellungsbeginn, allerdings solltest du schon früher dort sein, wenn du gute Chancen auf ein Ticket haben möchtest.

Ich habe mir schließlich online eine Stehplatzkarte gekauft, weil alle regulären Sitzplätze entweder ausverkauft oder viel zu teuer für mich waren. Es gibt verschiedene Preiskategorien. Ich habe 15 € bezahlt.

Meine Erfahrungen mit Stehplatzkarten

Ich habe mich bewusst für eine kürzere Oper mit rund zwei Stunden Dauer entschieden, da manche Vorstellungen bis zu fünf Stunden dauern. Trotzdem fand ich es überraschend anstrengend, die ganze Zeit zu stehen.

Normalerweise bin ich auf Reisen den ganzen Tag zu Fuß unterwegs und das macht mir nichts aus. Zwei Stunden lang fast regungslos an derselben Stelle zu stehen, war aber deutlich anstrengender, als ich erwartet hatte.

Gegen Ende haben sich sogar einige Besucher auf den Boden gesetzt, weil sie nicht mehr stehen konnten.

Kleiderordnung und Atmosphäre

Überrascht hat mich, wie elegant viele Besucher gekleidet waren. Zwar kamen manche auch in Jeans, die meisten wirkten aber, als würden sie zu einer Gala gehen.

Unser Guide erzählte uns außerdem, dass Besucher mit Shorts oder zerrissenen Jeans unter Umständen gar nicht eingelassen werden.

Ich trug ein Alltagskleid und fühlte mich trotzdem etwas zu leger gekleidet.

Allein durch den prächtigen Haupteingang zu gehen, über die berühmte Feststiege zu laufen und das Opernhaus voller festlich gekleideter Menschen zu sehen, sorgt für eine ganz besondere Atmosphäre.

Meine ehrliche Meinung zur Oper

Ich liebe Musicals, aber ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass Oper einfach nichts für mich ist.

Das Tempo war mir zu langsam und ich hatte oft das Gefühl, dass einzelne Lieder sehr lange dauerten, ohne dass die Handlung wirklich vorankam.

Trotzdem finde ich, dass eine Vorstellung in der Wiener Staatsoper ein besonderes Wien Erlebnis ist, und falls du sowieso gerne Opern hörst ist es sicher unschlagbar.

Eine Marmorstatue steht unter einem prächtigen Torbogen in einem kunstvoll verzierten Opernhaus mit bemalten Deckenfresken, goldenen Verzierungen und dekorativen Säulen. Warme Beleuchtung bringt die filigranen Fresken und die klassische Architektur rund um die Treppenhalle besonders gut zur Geltung.
Das Gebäude selbst ist zweifellos atemberaubend und einen Besuch wert

Führung oder Oper: Was lohnt sich mehr?

Wenn du vor allem das beeindruckende Gebäude sehen und mehr über seine Geschichte erfahren möchtest, würde ich dir die Führung empfehlen.

Sie ist günstiger, weniger anstrengend als ein Stehplatz und zeigt dir trotzdem die schönsten Bereiche der Wiener Staatsoper. Außerdem kannst Räume besichtigen, die normalen Besuchern verschlossen bleiben.

Eine Opernvorstellung ist dagegen vor allem wegen der besonderen Atmosphäre ein Erlebnis. Sobald sich das Opernhaus mit elegant gekleideten Gästen füllt, fühlt sich der Abend noch einmal deutlich glamouröser an.

Wenn ich mich allerdings für nur eines entscheiden müsste, würde ich jederzeit wieder die Führung buchen.

Noch mehr Kultur in Wien: Das Burgtheater

Die prächtige Fassade des Burgtheaters mit neoklassizistischen Säulen und Statuen vor strahlend blauem Himmel, vor dem Eingang haben sich Menschen versammelt. Auf Schildern an der Fassade steht „ALLES WIRD BURG“.
Burgtheater in Wien

Wenn du Theater lieber magst als Opern, solltest du dir auch das Burgtheater ansehen. Es zählt zu den schönsten Theatern Wiens und steht meiner Meinung nach oft zu Unrecht im Schatten der Wiener Staatsoper.

Falls Oper nicht dein Ding ist und du Theater lieber magst, ist das eine tolle Alternative.

Genau wie in der Staatsoper kannst du auch hier an einer Führung teilnehmen. Dabei hat mich besonders überrascht, dass der Bau des Burgtheaters damals sogar doppelt so viel gekostet hat wie der der Wiener Staatsoper.

Falls du mehr über die Führungen und Theaterbesuch wissen möchtest, schau dir auch meinen ausführlichen Guide zum Burgtheater an.

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Collage aus zwei Innenansichten der Wiener Staatsoper. Oben ist eine große klassische Statue in der prunkvollen Eingangshalle mit Wandgemälden und goldenen Verzierungen zu sehen, unten die roten Samtsitze und Logen des Zuschauerraums. Der Text lautet „Tipps für deinen Besuch Staatsoper Wien, Österreich“ und „AustrianVeganderlust.com“.
Wiener Opernhaus: Meine Erfahrungen