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Liechtensteinklamm: Mehr als nur die berühmte Wendeltreppe

Du hast bestimmt schon Fotos von der riesigen Wendeltreppe gesehen, die sich durch die Liechtensteinklamm schlängelt. Genau diese Bilder haben mich neugierig gemacht.

Während meines Aufenthalts in Salzburg bin ich deshalb mit Zug und Bus nach St. Johann im Pongau gefahren, um mir die berühmte Klamm endlich selbst anzusehen. Überraschenderweise war die Treppe aber nicht einmal mein Highlight.

Der Weg führt zwischen hohen Felswänden hindurch, durch Tunnel und am rauschenden Wasser entlang bis zu einem riesigen Wasserfall. Die Klamm selbst hat mich viel mehr beeindruckt, als ich erwartet hatte.

Einen Nachteil gab es allerdings: die vielen Menschen. Selbst an einem Wochentag im September war es ziemlich voll. Im Sommer würde ich die Liechtensteinklamm deshalb eher meiden.

Wie ist die Wanderung durch die Liechtensteinklamm?

Die Wanderung durch die Liechtensteinklamm ist eher ein Spaziergang als eine richtige Wanderung. Der Weg ist gut ausgebaut und einfach zu gehen, allerdings gibt es viele Stufen.

Die Liechtensteinklamm Wanderung auf einen Blick:

  • Länge: ca. 1 km pro Strecke
  • Stufen: 440 pro Strecke
  • Höhenunterschied: ca. 100 m
  • Dauer: Insgesamt ca. 1,5 Stunden mit Fotostopps
  • Route: Hin und zurück auf demselben Weg
  • Schwierigkeit: Leicht, aber mit vielen Stufen
Eine Holzhütte und ein Besucherbereich am Eingang einer bewaldeten Schlucht. Menschen gehen auf das Gebäude zu, während sich dahinter steile Felsen und sonnenbeschienene Bäume erheben.

Wie sieht der Weg aus?

Der Weg besteht größtenteils aus Schotter, dazu kommen viele Stufen, Brücken und mehrere Tunnel durch den Fels. Schwere Wanderschuhe brauchst du nicht. Meine niedrigen Barfuß Wanderschuhe waren völlig ausreichend.

Schuhe mit gutem Profil würde ich trotzdem empfehlen, besonders wenn es geregnet hat, da es wie in jeder Klamm leicht rutschig werden kann auf den Stufen.

Ich habe dort kleine Kinder genauso wie ältere Besucher gesehen. Der Mann vor uns an der Kassa war 85 und hat sich riesig auf die Klamm gefreut! Mit insgesamt 880 Stufen ist der Weg allerdings nicht für jeden geeignet.

Wie sieht die Schlucht aus?

Die beeindruckende Landschaft beginnt schon kurz nach dem Eingang. Du gehst zwischen riesigen Felswänden entlang, während unter dir das Wasser durch die Liechtensteinklamm rauscht.

Besonders gut haben mir die verschiedenen Felsformationen gefallen. Manche Stellen sind so glatt geschliffen, dass sie mich eher an einen Canyon erinnert haben als an andere Klammen in Österreich.

Überrascht hat mich, wie viele Zäune und Steinschlagschutzanlagen es gibt. Eine Brücke ist sogar komplett eingezäunt und fühlt sich fast wie ein Käfig an.

Das ist natürlich verständlich, kann beim Fotografieren aber stören. Die Klamm kannst du trotzdem gut sehen, nur ein Foto ohne Zaun ist nicht überall möglich.

Die Besucher steigen eine gewundene Metalltreppe hinauf, die zwischen steilen, moosbedeckten Felswänden schwebt. Der Steg schlängelt sich auf mehreren Ebenen durch die enge Schlucht über dem Wasser.

Ist die Helix Treppe den Hype wirklich wert?

Die Helix Treppe war einer der Hauptgründe, warum ich die Liechtensteinklamm besuchen wollte. Ich hatte schon so viele beeindruckende Fotos von der riesigen Wendeltreppe gesehen.

Vor Ort fand ich sie allerdings ein bisschen enttäuschend. Die Treppe ist definitiv cool, aber für mich war sie nicht das Highlight. Es war ziemlich voll und die Aussicht wirkte nicht ganz so spektakulär wie auf den Fotos.

Im Endeffekt war das aber gar nicht schlimm. Ich kam wegen der berühmten Treppe und war am Ende viel mehr von der Liechtensteinklamm selbst beeindruckt.

Ein hoher Wasserfall stürzt eine steile, moosbewachsene Klippe hinunter in einen felsigen Bach neben einem hölzernen Schluchtweg. Im Sonnenlicht steigt Nebel um den Wasserfall herum auf.

Der Wasserfall am Ende

Am Ende der Liechtensteinklamm wartet ein großer Wasserfall auf dich. Hier endet der Weg und du gehst auf derselben Strecke wieder zurück.

Beim Wasserfall gibt es ein paar Picknicktische, allerdings waren die Bänke durch den Sprühregen vom Wasserfall ziemlich nass. Außerdem kommen hier ständig andere Besucher an, besonders gemütlich fand ich es daher nicht.

Da du für die Liechtensteinklamm nur etwa 1,5 Stunden brauchst, würde ich vorher oder nachher etwas essen und keine Jause mitnehmen.

Besucherandrang in der Liechtensteinklamm

Wenn du Menschenmassen vermeiden möchtest, würde ich die Liechtensteinklamm nicht im Hochsommer besuchen.

Ich war Anfang September unter der Woche dort und fand es schon ziemlich voll. Parkplatz 1 war komplett und Parkplatz 2 etwa zur Hälfte voll. Insgesamt gibt es 5 Parkplätze, daher möchte ich gar nicht wissen, wie voll es hier in der Hochsaison ist.

Auf der offiziellen Website wird empfohlen, gegen 9 Uhr oder nach 14:30 Uhr zu kommen, wenn du es etwas ruhiger möchtest. Wir waren gegen 10:30 Uhr dort und ruhig war es definitiv nicht.

Mir hat die Liechtensteinklamm trotzdem richtig gut gefallen. Mit noch mehr Menschen hätte ich den Besuch aber wahrscheinlich deutlich weniger genossen.

Ein schmaler Holzsteg schmiegt sich an einen Felsvorsprung hoch oben in der Schlucht, während das Wasser unterhalb durch die tiefe Felsrinne hinabstürzt. Massive, glatte Steinwände säumen den Weg und unterstreichen die Tiefe und Enge der Schlucht.

Anreise von Salzburg zur Liechtensteinklamm

Du kannst die Liechtensteinklamm problemlos ohne Auto besuchen. Ich bin von Salzburg mit Zug und Bus hingefahren. Den aktuellen Fahrplan findest du hier.

Fahr zuerst mit dem Zug von Salzburg nach St. Johann im Pongau. Von dort hast du zwei Möglichkeiten:

  • Option 1: Nimm den Bus 540 bis St. Johann Abzw. Alpendorf. Du musst nicht umsteigen, hast dafür aber einen längeren Fußweg zur Klamm.
  • Option 2: Nimm den Bus 530 bis St. Johann Postamt und steig dort in den Bus 52 Richtung Liechtensteinklamm um. Die Haltestelle St. Johann Liechtensteinklamm liegt direkt beim Parkplatz 5.

Ich habe mich für die zweite Option entschieden.

Umsteigen in St. Johann im Pongau

Die Bushaltestelle beim Bahnhof war leicht zu finden. Wenn du den Bahnhof verlässt, gehst du einfach nach rechts.

Das Umsteigen im Zentrum war etwas verwirrender. Mein Bus wurde nicht auf der digitalen Anzeige angezeigt und es war niemand da, den ich fragen konnte. Zum Glück kam er trotzdem pünktlich.

Zu Fuß von der Bushaltestelle

Von der Haltestelle des Busses 52 habe ich etwa 15 Minuten bis zum Eingang gebraucht. Der Weg führt größtenteils entlang der Zufahrtsstraße, auf der auch Autos zu den näher gelegenen Parkplätzen fahren.

Ein Gebirgsbach rauscht um riesige Felsbrocken am Grund einer steilen, bewaldeten Schlucht. Das Sonnenlicht beleuchtet die Bäume und die oberen Felswände, während der untere Teil der Schlucht im Schatten liegt.

Eintrittskarten, Essen und was du vor deinem Besuch wissen solltest

Tickets bekommst du vor Ort oder vorab online. Auf dem Weg zum Eingang findest du außerdem QR Codes, über die du spontan ein Online Ticket kaufen kannst.

Ich habe mein Ticket an der Kassa gekauft und musste an einem Wochentag im September kaum warten. Wenn mehr los ist, kannst du mit einem Online Ticket aber Zeit sparen.

Aktuelle Preise und Öffnungszeiten findest du auf der offiziellen Website der Liechtensteinklamm.

Essen und Trinken

Kurz vor dem Eingang gibt es zwei Restaurants. Bei meinem Besuch hatte keines davon vegane Gerichte, daher würde ich mich nicht darauf verlassen, hier vegan essen zu können.

Für ein Getränk vor oder nach der Klamm sind sie aber praktisch. Souvenirs gibt es dort auch, wobei ich die Auswahl ziemlich touristisch und massenproduziert fand.

Was solltest du mitbringen?

Viel brauchst du für die Liechtensteinklamm nicht. Ich würde Schuhe mit gutem Profil, etwas Wasser und eine leichte Jacke mitnehmen.

In der Klamm kann es deutlich kühler sein als draußen. Eine zusätzliche Schicht ist daher auch an warmen Tagen praktisch.

Ein Holzsteg führt entlang der Felswand durch die Schlucht, hinter dem Geländer ist ein hoher Wasserfall zu sehen. Zwischen den hoch aufragenden Felsen wachsen sonnenbeschienene grüne Bäume.

Lohnt sich die Wanderung durch die Liechtensteinklamm?

Ja, ich finde, die Liechtensteinklamm ist einen Besuch wert, besonders außerhalb der Hochsaison.

Die hohen Felswände, das rauschende Wasser, die Tunnel und die verschiedenen Felsformationen machen den kurzen Weg richtig abwechslungsreich. Und das Beste: Die beeindruckende Landschaft beginnt fast direkt nach dem Eingang.

Der größte Nachteil war für mich der Andrang. Selbst an einem Wochentag im September war es ziemlich voll, daher würde ich die Klamm im Hochsommer eher meiden.

Außerhalb der Hauptsaison kann ich die Liechtensteinklamm aber auf jeden Fall empfehlen. Sie ist ein super Tagesausflug ab Salzburg und lässt sich auch ohne Auto gut erreichen.

Tina, die einen Wanderrucksack trägt, lehnt an einem Holzgeländer und blickt auf den rauschenden Bach tief in der felsigen Schlucht hinunter. Ein Schutzdrahtgeflecht bedeckt die Felswand über dem Wanderweg.

Was du nach der Liechtensteinklamm unternehmen kannst

Für die Liechtensteinklamm brauchst du nur etwa 1,5 bis 2 Stunden. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, kannst du deinen Besuch daher gut mit einer weiteren Sehenswürdigkeit verbinden.

Die Burg Hohenwerfen liegt ganz in der Nähe. Wenn du dein Ticket für die Liechtensteinklamm vorzeigst, bekommst du sogar 1,50 € Rabatt auf den Eintritt.

Eine weitere Option ist die Eisriesenwelt in Werfen, die größte Eishöhle der Welt. Bei einer Führung kannst du einen Teil des riesigen Höhlensystems mit seinen Eisformationen erkunden.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kannst du die Ausflugsziele ebenfalls kombinieren, allerdings brauchst du dafür mehr Zeit und Planung. Ich würde die Verbindungen vorher genau prüfen.

Suchst du noch mehr Ideen? In meinem Guide zu den besten Tagesausflügen ab Salzburg findest du weitere Ausflugsziele.

Pin es für später:
Collage der Liechtensteinklamm mit einem Holzsteg entlang der steilen Felswand und einer geschwungenen Metalltreppe tief in der Schlucht. Der Text lautet "Tipps für deinen Besuch. Liechtensteinklamm. St. Johann im Pongau. AustrianVeganderlust.com."
Liechtensteinklamm Review: Lohnt sich der Besuch wirklich?